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Strategischer Einkauf und globale Beschaffungsnetzwerke

Der strategische Einkauf und die Einrichtung globaler Beschaffungsnetzwerke sind zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden.

 

 

. Durch die Erweiterung des Beschaffungsradius können Unternehmen ihre Kosten senken, ihre Lieferketten optimieren und von einer größeren Vielfalt an Materialien und Komponenten profitieren.

 

Allerdings bringt die globale Beschaffung auch neue Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise komplexere Logistik, Wechselkursschwankungen und erhöhte politische oder wirtschaftliche Risiken. Eine gut geplante Beschaffungsstrategie muss diese Faktoren berücksichtigen, um Unternehmen dabei zu helfen, wettbewerbsfähig und rentabel zu bleiben.

 

Im Folgenden werden wir die Grundlagen des strategischen Einkaufs in globalen Märkten erkunden, uns mit dem Risikomanagement in globalen Beschaffungsnetzwerken befassen, die Rolle der Technologie im modernen Einkauf untersuchen und erfolgreiche Beispiele für effiziente Beschaffungsstrategien präsentieren.

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Grundlagen des strategischen Einkaufs in globalen Märkten

 

Der strategische Einkauf geht über die einfache Beschaffung von Waren und Dienstleistungen hinaus. Es handelt sich um einen ganzheitlichen Ansatz, der die langfristigen Ziele eines Unternehmens berücksichtigt und darauf abzielt, den größtmöglichen Wert aus den Ausgaben zu erzielen. Im globalen Kontext bedeutet dies, dass Unternehmen ihre Beschaffungsaktivitäten strategisch planen müssen, um von den Vorteilen der Globalisierung zu profitieren.

 

Zu den Grundlagen des strategischen Einkaufs in globalen Märkten gehören:

 

  • Marktanalyse: Ein tiefgreifendes Verständnis der globalen Märkte, einschließlich Angebot und Nachfrage, Preistrends, Wechselkursschwankungen und politischer/rechtlicher Rahmenbedingungen, ist unerlässlich. Unternehmen müssen kontinuierlich Marktdaten analysieren, um fundierte Beschaffungsentscheidungen zu treffen.
  • Lieferantenmanagement: Die Identifizierung und Bewertung potenzieller Lieferanten auf globaler Ebene ist ein kritischer Aspekt. Unternehmen sollten Kriterien für die Auswahl und Bewertung von Lieferanten festlegen, die deren finanzielle Stabilität, Produktionskapazitäten, Qualitätskontrollen und Fähigkeit zur Einhaltung von Lieferfristen umfassen. Darüber hinaus sollten Unternehmen Lieferanten auswählen, die sich zu nachhaltigen und ethischen Praktiken verpflichten, um sicherzustellen, dass ihre Beschaffungsaktivitäten umweltfreundlich, sozial verantwortlich und compliant sind. Schließlich gilt in Deutschland schon seit Beginn des Jahres das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und die europaweite Corporate Sustainability Due Diligence Directive – oftmals als EU-Lieferkettengesetz bezeichnet – dürfte auch bald in verbindliche Paragrafen gefasst werden.
  • Kostenmanagement: Durch die globale Beschaffung können Unternehmen von niedrigeren Preisen und günstigeren Wechselkursen profitieren. Es ist jedoch wichtig, die gesamten Beschaffungskosten zu berücksichtigen, einschließlich Transport, Zöllen, Lagerhaltung und anderen logistischen Ausgaben.
  • Lieferkettenoptimierung: Der strategische Einkauf zielt darauf ab, die Effizienz der Lieferkette zu verbessern. Dies kann durch die Konsolidierung von Lieferanten, die Reduzierung von Zwischenhändlern oder die Entwicklung alternativer Beschaffungsrouten erreicht werden. Eine gut geplante globale Lieferkette kann zu kürzeren Lieferzeiten und geringeren Lagerkosten führen.
  • Risikomanagement: Risikomanagement ist ein wesentlicher Bestandteil des strategischen Einkaufs in globalen Märkten. Unternehmen müssen eine Reihe von Risiken berücksichtigen, die sich auf ihre Beschaffungsaktivitäten auswirken können, und Strategien entwickeln, um diese zu bewältigen. Im Folgenden gehen wir konkreter auf verschiedene Risiken ein.

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Risikomanagement in globalen Beschaffungsnetzwerken

 

Hier sind einige wichtige Überlegungen zum Risikomanagement in globalen Beschaffungsnetzwerken:

 

  • Politische und wirtschaftliche Risiken: Politische Instabilität, regulatorische Veränderungen oder wirtschaftliche Krisen in einem Land können sich erheblich auf die Beschaffungsaktivitäten auswirken. Unternehmen sollten diese Risiken kontinuierlich bewerten und gegebenenfalls alternative Beschaffungsquellen oder Lieferrouten in Betracht ziehen.
  • Wechselkursrisiken: Wechselkursschwankungen können die Kosten für importierte Waren erheblich beeinflussen. Unternehmen können diese Risiken durch verschiedene Strategien mindern, wie beispielsweise die Verwendung von Währungs-Hedging-Instrumenten, die Preisverhandlungen in der lokalen Währung des Lieferanten oder die Zusammenarbeit mit Finanzinstituten zur Minimierung von Wechselkursverlusten.
  • Transport- und Logistikrisiken: Globale Lieferketten sind anfälliger für Transportverzögerungen, logistische Probleme oder Naturkatastrophen. Unternehmen sollten robuste Logistiknetzwerke entwickeln, alternative Transportrouten in Betracht ziehen und angemessene Versicherungen abschließen, um diese Risiken zu bewältigen.
  • Lieferantenrisiken: Die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten birgt das Risiko von Qualitäts- oder Lieferproblemen. Unternehmen sollten ihre Lieferanten sorgfältig bewerten und auswählen, Verträge sorgfältig aushandeln und die Leistung der Lieferanten kontinuierlich überwachen.
  • Compliance- und rechtliche Risiken: Unterschiedliche Länder haben unterschiedliche rechtliche und regulatorische Anforderungen, die eingehalten werden müssen. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie alle relevanten Vorschriften kennen und verstehen, einschließlich Zollbestimmungen, Arbeitsgesetzen und Umweltstandards.

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Die Rolle von Technologie im modernen Einkauf

Technologische Fortschritte haben die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Beschaffungsprozesse verwalten, erheblich verändert. Die Digitalisierung hat es ermöglicht, dass Beschaffungsaktivitäten effizienter, transparenter und datengesteuerter durchgeführt werden.

 

Hier sind einige wichtige Aspekte der Rolle der Technologie im modernen Einkauf:

 

  • E-Procurement und E-Sourcing: Elektronische Beschaffungslösungen ermöglichen es Unternehmen, ihre Beschaffungsprozesse online abzuwickeln. E-Procurement-Plattformen bieten einen zentralen Ort für die Verwaltung von Ausschreibungen, die Kommunikation mit Lieferanten und die Überwachung von Bestellungen. E-Sourcing-Tools helfen Unternehmen, neue Lieferanten zu finden und zu bewerten, wodurch der Prozess der Lieferantensuche effizienter und umfassender wird.
  • Datenanalyse und KI: Durch die Analyse großer Datenmengen können Unternehmen fundiertere Beschaffungsentscheidungen treffen. Predictive Analytics kann verwendet werden, um Preistrends vorherzusagen oder die optimale Beschaffungsmenge zu bestimmen. Künstliche Intelligenz (KI) kann auch eingesetzt werden, um die Leistung von Lieferanten zu bewerten oder Muster in Beschaffungsdaten zu erkennen und so die Effizienz zu steigern.
  • Automatisierung: Viele manuelle Aufgaben im Beschaffungsprozess können automatisiert werden, wodurch Zeit und Ressourcen gespart werden. Dazu gehören die Automatisierung von Bestellungen, die elektronische Rechnungsstellung oder die Verwendung von Robotic Process Automation (RPA).
  • Lieferketten-Transparenz: Technologische Fortschritte ermöglichen eine bessere Transparenz in der Lieferkette. Unternehmen können die Bewegung von Waren in Echtzeit verfolgen, was die Planung und das Bestandsmanagement verbessert. Die Blockchain-Technologie wird auch immer beliebter, um die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette zu erhöhen. Mit ihr kann jedes Produkt oder jede Komponente einen einzigartigen digitalen Fingerabdruck erhalten, der die Rückverfolgbarkeit von der Quelle bis zum Endpunkt ermöglicht. Dies ist besonders in den Branchen von entscheidender Bedeutung, in denen die Authentizität und Qualität der Produkte von größter Bedeutung sind.
  • Kollaboration: Technologische Plattformen ermöglichen eine bessere Zusammenarbeit zwischen Einkäufern, Lieferanten und anderen Beteiligten. Durch die gemeinsame Nutzung von Daten und Informationen in Echtzeit können Probleme schneller gelöst und Entscheidungen effizienter getroffen werden.

 

 

Erfolgsbeispiele für effiziente Beschaffungsstrategien

 

Eine gut geplante und ausgeführte Beschaffungsstrategie kann erhebliche Vorteile für Unternehmen bringen. Hier sind einige erfolgreiche Beispiele für effiziente Beschaffungsstrategien, die zu positiven Ergebnissen führen.

 

Apple

Apple setzt bei seiner Beschaffungsstrategie, auf enge Partnerschaften mit Zulieferern aus der ganzen Welt. Allein im Jahr 2022 hat das Unternehmen 20 Milliarden Euro in europäische Zulieferer investiert. in Europa hat das Unternehmen in den letzten fünf Jahren 85 Milliarden Euro in europäische Zulieferer investiert. Diese Investitionen haben Innovationen unterstützt, die in jedem von Apple hergestellten Produkt zu finden sind. Denn Apple arbeitet eng mit seinen Zulieferern zusammen, um wegweisende Technologien zu entwickeln.

 

Ein Beispiel ist TRUMPF, ein Familienunternehmen mit Hauptsitz in Ditzingen, das ein weltweit führender Anbieter von industriellen Lasern, Werkzeugmaschinen und Technologien ist. Die Hightech-Komponenten des Unternehmens werden für eine Reihe von Apple Produkten verwendet.

 

Diese Strategie ermöglicht es Apple, qualitativ hochwertige Produkte zu liefern und ist ein Beispiel dafür, wie Unternehmen durch strategische Partnerschaften und Investitionen in ihre Lieferkette Innovationen fördern können.

 

Volkswagen

Volkswagen arbeitet konsequent an einer komplett digitalisierten Lieferkette, die die Versorgung absichern und Synergien heben soll. Durch die Standardisierung und Automatisierung von Transaktionen mit Lieferanten zielt Volkswagen darauf ab, Transaktionskosten zu senken und Geschäftsprozesse zu beschleunigen. Mögliche Versorgungsrisiken sollen frühzeitiger identifiziert und entsprechende Maßnahmen und Alternativen gemeinsam schneller abgeleitet werden können.

 

Komplexen Herausforderungen entlang der Lieferkette wird durch eine etablierte Krisenmanagementstruktur und das weltweite Lieferantennetzwerk entgegengewirkt, wobei auf eine Vielzahl von Standorten und Technologien zurückgegriffen werden kann.

 

Insbesondere bei der Bewältigung der Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und dem damit verbundenen Aufbau von Absicherungsstandorten hat diese Struktur einen entscheidenden Beitrag geleistet. Durch die Einrichtung einer Task Force und die bereichsübergreifende Arbeit zwischen Beschaffung, Qualitätssicherung, Entwicklung, Produktion und Logistik konnten kurzfristige Verluste reduziert und die Versorgung mit Teilen sichergestellt werden.

 

So konnte Volkswagen die Produktion größtenteils aufrechterhalten und lieferte ein Paradebeispiel für ein erfolgreiches Risikomanagement in der Beschaffung.

 

 

Fazit

 

Der strategische Einkauf und die Einrichtung globaler Beschaffungsnetzwerke sind entscheidende Faktoren für den Geschäftserfolg. Durch die Erweiterung des Beschaffungsradius können Unternehmen von Kosteneinsparungen, einer größeren Vielfalt und einer optimierten Lieferkette profitieren. Eine gut geplante Beschaffungsstrategie berücksichtigt Marktanalysen, effektives Lieferantenmanagement, Kostenmanagement und Risikominimierung.

 

Die Digitalisierung hat die Beschaffungsprozesse revolutioniert, und der Einsatz von Technologie ermöglicht effizientere, datengesteuerte Entscheidungen. Durch die Analyse großer Datenmengen, die Automatisierung manueller Aufgaben und die Verbesserung der Transparenz in der Lieferkette können Unternehmen ihre Beschaffungsaktivitäten optimieren.

 

Die erfolgreichen Beispiele von Unternehmen wie Apple und Volkswagen zeigen, dass eine gut ausgeführte Beschaffungsstrategie erhebliche Vorteile bringen kann. Durch die Anpassung ihrer Beschaffungsstrategien an die globalen Märkte und den Einsatz innovativer Technologien können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und in einer sich ständig verändernden Wirtschaft erfolgreich sein.

 

Sie wollen Ihre Beschaffungsstrategie optimieren? Unsere hochqualifizierten Interim-Manager und Experten stehen Ihnen jederzeit mit umfassendem Fachwissen und Lösungsansätzen zur Verfügung.

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